Xenoandrogene

Während Stoffe, die allgemein als Xenohormone bezeichnet werden, durch ihre teilweise unberechenbaren Nebenwirkungen immer wieder Negativ-Schlagzeilen schreiben, sind modifizierte Xenoandrogene als Dopingmittel im Sport seit Kurzem legal. Doch wie wirken Xenoandrogene im menschlichen Körper tatsächlich?

Xenohormone sind auch unter den Namen endokrine Disruptoren oder Pseudohormone bekannt. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Stoffen jedoch nicht um Hormone, sondern um Stoffe, die einen hormonähnlichen Effekt auf Lebewesen ausüben. Sie gelangen durch Medikamente und Industrieabfälle in Seen, Flüsse und Meere und können starke aber jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die dort lebenden Organismen haben. Am weitesten verbreitet ist eine Verweiblichung und damit einhergehende Einschränkung der Fruchtbarkeit. Durch das Trinkwasser werden Xenohormone auch vom Menschen aufgenommen. Studien legen einen Zusammenhang zwischen diesen Pseudohormonen und einigen Krankheiten, wie hormonellen Störungen, Unfruchtbarkeit und Krebs - bei Tieren und Menschen - nahe.

Bei den Xenoadrogenen handelt es sich zwar auch um Pseudohormone, diese haben jedoch keinen verweiblichenden Effekt. Ihre Wirkung ist androgen, das bedeutet, sie verstärken die männlichen Eigenschaften im menschlichen Organismus. Dieser Effekt wird durch Veränderungen auf molekularer Ebene erreicht. Xenoandrogene wirken stimulierend auf einige Rezeptoren und den Ionen-Transport, wodurch sie unter anderem eine beträchtliche Erhöhung der Eiweißaufnahme und -Synthese im menschlichen Organismus erreichen. Genau diese Wirkung führt in Verbindung mit Sport zu einem deutlich verstärkten und beschleunigten Muskelaufbau. Zudem sind Xenoandrogene anabol. Sie verstärken also nicht nur den Muskelaufbau, sondern erhöhen auch die Leistungsbereitschaft über die natürliche Grenze hinaus. Xenoandrogene weisen also eine sehr große Ähnlichkeit zu anderen anabolen Steroiden auf. Aus diesem Grund und auf der Basis bereits vorliegenden Studienergebnissen ist jedoch ebenfalls damit zu rechnen, dass bei einer Anwendung ähnlich gravierende Nebenwirkungen auftreten können. Aufgrund der genannten leistungssteigernden Eigenschaften sind die Xenoandrogene auch als Dopingmittel im Sport interessant. Seit dem Jahr 2011 sind sie legal im Handel erhältlich. Im Leistungsbereich wurden sie bereits einige Zeit vor der Markteinführung verwendet. Industriell werden Xenoandrogene aus den Grundstoffen Nicotinamiden, Tocotrienolen und Tocopherolen hergestellt und in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Ein Nachweis dieser Stoffe in Blut und Urin ist zwar kaum möglich, aufgrund der chemischen Ähnlichkeit zu anderen Steroiden kann eine zu hohe Dosierung allerdings ebenfalls zu einem positiven Dopingtest führen.

Welche Nebenwirkungen langfristig mit der Aufnahme der Xenoandrogene verbunden sind, kann aufgrund der derzeit noch zu kurzen Testphase und dem Mangel an Studien nicht eindeutig beantwortet werden. Die Wirkungsähnlichkeit zu anderen anabolen Steroiden lässt allerdings auch ähnliche Nebenwirkungen vermuten. Dazu gehören negative Auswirkungen auf die Psyche, eine sinkende Konzentrationsfähigkeit, Unfruchtbarkeit und die Schwächung des Herzmuskels sowie anderer Organe. Untersuchungen an Fischpopulationen, die hohen Konzentrationen von Xenoandrogenen ausgesetzt waren, ergaben bereits einen deutlichen Anstieg an Schädigungen des Erbgutes. Und auch bei ersten Untersuchungen der Auswirkung von Xenoandrogenen auf den Menschen, ließ sich ein negativer Effekt auf die DNS und ein dadurch erhöhtes Risiko für Erkrankungen, einschließlich Krebs, feststellen.

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